Archiv der Kategorie: Allgemein

Alle Vögel sind schon da…

Singschwäne
Singschwäne und Kollegen sind schon in Lettland.

Auf dem Weg von Stende nach Talsi habe ich auf einem Feld viele Kraniche gesehen. Dann bei einer Fahrt von Stende nach Kuldig am vergangenen Montag, Störche auf den Nestern. Auch Singschwäne waren zu sehen und hören.
Schön, dass die Tiere den weiten Weg überstanden haben. Wenn sie ihn nicht gut überstanden haben, können sie sich ab jetzt etwas kurieren.
Wenn man bedenkt, dass es in den vergangenen Tagen gefroren und geschneit hat, könnte man meinen, die Tiere wären zu früh gekommen. Aber auch heute scheint wieder die Sonne und die Natur holt die Pflanzen aus dem Boden und die Bäume und Sträucher werden voller. Ich denke die schönen und warmen Monate des Jahres fangen in Kürze an 😉

Es war angezapft….

Birkensaft traditionell
Birkensaft traditionell gewonnen. Aber heute total falsch.

Nun, auch hier sind jetzt die Zeiten beendet, denn die Birke hat doch bei einigen wärmeren Tagen schon viel Saft nach oben transportiert, wo er dann zum Quell der Blätter und Blüten verhilft.
In erster Linie will ich aber hier, etwas zur traditionellen Saftgewinnung schreiben.
Auf dem Weg zu meiner Einzel-Zapfstelle (Bohrloch 5mm Durchmesser) stand nicht weit ein schwarzer großer Eimer offen (eine Eternitplatte war als Schirm schräg darüber gestellt) unter einer Metallrinne die Saft aus einem großen Loch 25 – 30mm Durchmesser in den Eimer leitete. Überall saßen Fliegen, die den leicht süßlichen Saft auch gerne trinken.

Birkensaft sammeln
Birkensaft auf moderne Art gewonnen.

Also einmal ist es die Hygiene des Auffangen. Ferner die Schädigung des Baumes. Der Durchmesser ist zu groß, das Loch wird verschlossen und unter dem Verschluss verbreitet sich Schimmel. Deutlich sieht man 4 Löcher. Das in der Mitte von diesem Jahr, das links unten von 2013, das von 2012 links oben (schwarz) und vom Loch 2011, rechts unten, ist der Verschluss heraus gefallen oder gefault. Ein weiteres Loch scheint rechts oben zu sein.
Der Stopfen wird vom Baum nicht „adoptiert“, sonder bleibt auch nach Jahren ein Fremdkörper. Falsch ist es auch, den Baum jedes Jahr an fast selber Stelle zu verletzen.
Gestern Nachmittag habe ich mein Zapfstellen abgebaut. Ich habe schon heute schwer gehabt, alle Löcher zu finden. Ich denke, die Löcher werden in diesem Jahr wieder zu wachsen. Da es keinen Fremdkörper gibt und wenig Pilzschädigung, ist der Baum mit der normalen Wundheilung in der Lage, die Verletzung zu schließen.

 

Verlassenes Zuhause…

Aparnieki im Juni 2012
Aparnieki ist nun fast Geschichte.

Ich bin jetzt komplett aus Aparnieki ausgezogen und habe das Haus abgeschlossen, meinen Briefkasten abgebaut und die Schlüssel versteckt, damit die übernommen werden können.
So war ich fast 5 Jahre auf Aparnieki, so lange habe ich es an keinem anderen Ort in Lettland ausgehalten, bin ich doch im Mai 6 Jahre in Lettland.
Rechts unten ist Tiki, die lange Zeit mit auf Aparnieki war. Ich weiß noch als ich sie auf einer Rückreise aus Deutschland in Riga angenommen und in einem Karton bis nach Aparnieki transportiert hatte. Aber ein Halsband und ein Zeitungsband als Leine hatten wir schon gemeinsam in Riga eingekauft. Das Halsband hat bis Oktober letztes Jahr gehalten. Jetzt ist Tiki aus der Kartoffelstraße in Riga in der Breiten Strasse in Anröchte und macht dort den Menschen viel Freude. Tiki ist einfach zu lieb für Lettland (Schießen und Feuerwerk).
Trine meine Katze, die mich 2,5 Jahre begleitet hat, ist mir hier in Stende schon nach wenigen Tagen weg gelaufen. Es waren einfach zu wenig Freiheiten hier (auf Aparnieki 2 Katzentüren bis nach draußen).
Aparnieki sah am Samstag verlassen aus. Ein Sturm hatte zwei Dachplatten (Eternit) vom Hausdach geweht und am Stall war auch eine bis dahin schräge Dachplatte am Boden. Gestern habe ich gesehen, dass der Stall noch ein zweites Loch hat und im Hausdach noch mehr Licht nach innen scheint.
Man merkt sofort, wenn niemand auf so ein marodes Haus aufpasst.

Heute war ich in Kuldiga

Abfallstelle
Abfall-/Feuerstelle bei einem renovierten Haus.

Heute war ich in Kuldiga, dort sieht die Landschaft ebenso beige/braun aus wie hier in Stende. Die Natur ist eben noch nicht so weit, wie ich jetzt auf einem Foto aus Niedersachsen gesehen habe.
Die Natur in diesem schönen Land zählt bei den Menschen in der Regel ohnehin wenig (In der Regel auch nur, wenn es die Geldbörse berührt).
Ich hatte einer Bekannten um 20:30h zugeschickt „Licht aus ‚Earth Hour!‘, 30 Minuten später kam ein SMS zurück „Ja, ja unbedingt“, wo sie sich der Bedeutung dieser weltweiten Aktion wohl nicht bewusst ist.
Es ist so in Lettland ist man viele Ländern etwa 20-40 Jahre dahinter.
Ich fahre Bus und bin dann von Kuldig nach Stende gefahren. Kurz hinter Sabile hatte einer seine Wiese angesteckt um das abgestorbene Gras zu beseitigen. Das ist zwar verboten, aber man macht es halt. Jedes Jahr hat die Stromversorgung viel Kosten, wegen brennender Masten oder hohes Feuer unter Leitungen. Natürlich ist es auch sehr schlecht für Kleinlebewesen, die hierbei getötet werden. Auch in Sabile kam gleich die Feuerwehr hinter uns her. Das Feuer erreichte schon die Straße und einige Bäume waren schon am brennen.
Als ich nach Aparnieki gefahren bin, habe ich gesehen, dass der Abfallhaufen kleiner und neuer Unrat da war. Das Bild zeigt das jetzt verbrannte. Es ist ein Nachbarhaus von Aparnieki, was im Herbst verkauft wurde.
Gerade in Kuldiga könnte dieses Haus einen Vertrag mit der Stadt machen, bekäme 2 Tonnen und müsste für den Müll in der großen Tonne (grüner Punkt, Glss, Papier….) nichts bezahlen und für die kleine Tonne pro kg eine Gebühr.
Was mir hier auch deutlich wird, das Auto (herausragendes Statussymbol) wird einfach am Wasser gewaschen.
So gibt es in Lettland wilde Müllkippen, viel Müll in der Landschaft und was ich gerade auch an der neuen Adresse feststelle, ein eigenartiges Verhältnis zum Thema Müll und Abwasser.
Aber das ist ein anderes Thema „Ja, ja unbedingt“.

Ein neuer Blog unter grotenhermen.de

Teich von Renci
Etwa 100m vom Haus ist ein großer Teich.

Es wurde Zeit etwas neues zu machen. Einiges hat sich im Leben vom Antonius verändert.
Er ist von Aparnieki nach Renci gezogen. Genau aus der Nähe von Kuldiga nach Stende (50km). Renci ist ein Ort der schon vor Stende da war. Dieses Dorf wurde in das neue Stende integriert. Übrig geblieben ist ein Straßenname (Rencu iela).
Stende wurde mit der der Bahnverbindung Riga-Ventspils gegründet (1897), noch zu deutschen Zeiten.
Das Haus in dem Antonius wohnt, heißt Renci und war wohl damals ein Mittelpunkt des und auch größtes Haus im Dorf. In dem ehemaligen Schulgebäude des Dorfes etwa 400m Luftlinie entfernt, wohnt ein Deutscher mit seiner lettischen Frau.